Wearables – Zwischen Lifestyle, Technologie und Werbung

SONY DSC“Smartphones sind bald nur mehr Mittel zum Zweck”, betonte Anita Höchtl, Forscherin am Media Interaction Lab der FH Hagenberg, am Donnerstag beim Digitalista-Event. Denn bald werden Wearables wie Smartwatches oder Glasses auch ohne Verbindung zu einem Mobilgerät auskommen und somit das Handy ablösen. Stephanie Peterson, VP Strategic Communications bei Runtastic, findet zwar, dass “wir davon noch weit entfernt sind”, rechnet jedoch auch mit einem starken Wachstum in den nächsten Jahren. Und Kathie Green, Marketing Director des Mobile Ad Exchange-Anbieters Tapsense, ergänzte via Zuschaltung aus San Francisco: “Alles, was tragbar ist, wird irgendwann eine technische Komponente erhalten.”

Netzwerken mit Google Glass

Aber was machen wir mit Wearables? Höchtl untersuchte in ihrem Institut, warum die ersten Google Glass-Besitzer in das Teil investiert haben. Dabei zeichneten sich drei Gruppen heraus: “Die erste Gruppe nutzt die Glass wirklich wegen ihren Funktionen wie Nachrichten lesen und schreiben und dem Wetterbericht. Die zweite Gruppe sind Entwickler, die Anwendungsfälle für die Brille suchen, um damit Geld zu verdienen. Und die dritte Gruppe trägt die Brille, um auf Konferenzen oder Events auf sich aufmerksam zu machen und so neue Geschäftskunden anzulocken.” Google Glass sei also ein Networking-Tool und für viele Early Adopters sei Geld die größte Motivation, resümiert die Studienautorin.

Bei Runtastic hingegen richtet man sich mit dem neuen Fitness-Tracker Orbit an die große Masse: “Uns geht es nicht um Profisportler, sondern Menschen, die etwas für ihre Gesundheit tun wollen”, erklärt Peterson. Damit sich Gadgets wie der Orbit durchsetzen, braucht es laut ihr einen zentralen Punkt, an dem alle Informationen gesammelt werden. Diese versucht Runtastic mit der App “Me” zu schaffen. In Zukunft will das Fitness-Startup noch weiter auf Funktionen wie Sleep Tracking fokussieren, um den Nutzer zu helfen, gesünder zu leben, berichtet die Kommunikationschefin weiter. Das Unternehmen sammle viele Daten, die hilfreich dabei sein könnten.

Werbung auf Wearables

Im Hinblick auf Datenschutz weißt Peterson darauf hin, dass bei Runtastic alle Daten auf österreichischen Servern gespeichert werden: “Deshalb wählen viele auch lieber uns als den Mitbewerb auf den USA.” Die Daten zu verkaufen, hat das Unternehmen nicht vor. Auch Werbung sieht die Runtastic-Sprecherin nicht auf den Produkten: “Wir glauben nicht, dass sich Werbung darauf funktionieren würde. Wir probieren lieber andere Wege, um unsere Angebote zu monetarisieren.”

Etwas anders sieht das Kathie Green von Tapsense. Für die Smartwatch Pebble baute das Unternehmen bereits eine Integration von Mobile Ads. “Um Werbung auf Wearables auszuspielen, brauchte es derzeit noch eine Companion-App”, so die Marketingleiterin. Derzeit entwickelt Tapsense Werbeformate für tragbare Geräte. Wie diese aussehen werden, verrät Green noch nicht, aber: “Die Werbung muss kontextbezogen sein, also dem Nutzer in der jeweiligen Situation helfen.” Das sieht auch Anita Höchtl so: “Möglich wären zum Beispiel Benachrichtigungen über Angebote von Shops, die in der Nähe sind.” Eine Herausforderung dabei sei, nicht zu aggressiv in die User Experience einzugreifen. Runtastic-Managerin Peterson stimmt zu: “Es darf nicht zu ‘in your face’ sein.”

1 Kommentar

  1. […] haben im vergangenem Herbst schon darüber gesprochen, 2015 wird nun das Wearable-Jahr. Hat in den vergangenen Jahren jeder Hersteller ein eigenes Gerät […]

  2. Pingback: Mobile Payment, Internet of Things und iBeacon – Die Digital-Trends 2015 | Digitalista

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