Meaningful Gamification Workshop – Insights und Ergebnisse

10 Teilnehmerinnen, 2 Vortragende, 1 Thema: Meaningful Gamification. Letzte Woche fand der erste Digitalista Workshop statt. Ein neues Angebot für unsere Mitglieder, bei dem man in einem kleineren, exklusiven Rahmen tiefer in Themen eintauchen kann, die wir schon bei unseren Events behandelt haben und Learning by Doing sowie der intensive gegenseitige Austausch untereinander und mit Experten im Vordergrund steht.

In unserem ersten Workshop wurde das Thema Meaningful Gamification behandelt. Durch den Nachmittag führten Jörg Hofstätter, Managing Partner bei ovos, und Konstantin Mitgutsch, Forscher am MIT Game Lab. Die beiden gaben den Teilnehmerinnen einen kurzen Einstieg in das Thema mittels Definitionen, Kategorisierungen von Spielertypen und neuen erfolgreichen, aber auch weniger erfolgreichen Beispielen. Schon hier entstanden die ersten Diskussionen bei denen klar wurde, dass Gamification nur dann Sinn macht, wenn sie dem User einen Mehrwert bietet und somit „meaningful“ ist. Außerdem kann Gamification nur dann wirklich nachhaltig sein, wenn Spielmechaniken langfristig eingesetzt werden und nicht als kurze Kampagne. Man kann hier zwar schnelle Ergebnisse erzielen, aber die langfristige Wirkung bleibt, bei begrenzter Zeit, sehr wahrscheinlich aus.

Bei der Typisierung wurde zwischen drei Nutzer- und sechs Spielertypen unterschieden.

Die drei Nutzertypen:

Die meisten Nutzer sind sogenannte Skimmers. Sie tippen mit der großen Zehe kurz in eine Sache rein, zeigen aber kein hohes Involvement und sind auch schnell wieder weg. Sie überfliegen das ganze also mal auf die Schnelle.

Daneben gibt es die Gruppe der Dippers, die schon etwas mehr Interesse zeigen und meist an einer bestimmten Stelle sich stark involvieren, aber ebenfalls danach wieder weg sind.

Die wirklichen Hardcore User sind die sogenannten Divers, die sich intensiv und mit viel Tiefgang mit der Materie auseinandersetzen. Ein typischer Diver wäre zum Beispiel ein Wikipedia Autor.

Die sechs Spielertypen:

Die Player – Diese Usergruppe, ist am einfachsten für ein Spiel zu motivieren, da er eigentlich keinen Antrieb dafür braucht, weil er einfach gerne spielt. Bei ihm funktioniert so gut wie alles.

Die Socialiser – Diesem Typ geht es um das Gemeinsame. Kollaboration, soziale Verbindungen, aber auch der Wettbewerb sind ihm wichtig.

Die Free Spirits – Hier dreht sich alles um Freiheit. Eigene Dinge erstellen und gestalten, nonlineare Wege, Tools um Kreativität auszuleben und Easter Eggs finden.

Die Achiever – Wie der Name schon sagt, möchten diese Spieler Dinge leisten bzw. erreichen. Wettbewerb und Leaderboards aber auch Belohnungen und Fortschritte, sind für deren Motivation wichtig.

Die Philantropists – Sie sind die guten Seelen. Ihre Motive sind altruistisch. Sie möchten anderen helfen.

Die Disruptors – Diese Gruppe ist wohl das Gegenstück zu den Philantropists. Ihnen geht es nicht um das Spielen selbst, sondern darum Veränderungen herbeizuführen und die Mechaniken im positiven oder aber auch im negative Sinne zu sabotieren. Sie sind natürlich die unbequemsten Nutzer, auch wenn sie meist nur im geringeren Ausmaß vorkommen.

Ein System sollte allen Nutzern und Typen etwas zu bieten haben. Im Idealfall können sie sich gegenseitig befruchten. Für jeden dieser Spielertypen, gibt es unterschiedliche Mechaniken um diese anzusprechen und zu motivieren. Wenn man seine Zielgruppe gut kennt, kann man sich auf einige der Typen konzentrieren, im Idealfall schafft man es sogar, alle Gruppen anzusprechen.

Wer selbst gerne rausfinden möchte, welche Art von Spieler sie/er ist, dem sei der Player-Type-Test ans Herz gelegt. Auch die Workshop-Teilnehmerinnen haben den Test gemacht und sich dann in Gruppen aufgeteilt in denen die Typen gemischt waren, denn es galt eine Aufgabenstellung zu lösen. In Gruppen wurden Gamfication Ideen entwickelt zum Thema „Lerne deine Nachbarn kennen“.

Die Ergebnisse waren drei unterschiedliche Ansätze – von einer mobilen Anwendung, die Aufgaben stellt und Belohnungen bietet, ohne dass ein Nachbar unbedingt weiß, dass sie/er gerade Teil eines Spiels war, über einen Nachbarschaftspass, indem man individuelle Stempel der Nachbarn sammeln muss für ein gemeinsames Ziel, bis hin zu World of Neighbours in Anlehnung an World of Warcraft. Interessant war, dass die Zusammenstellung der Gruppen mit unterschiedlichen Spielertypen, zu Diskussionen führte, ob ein gewisser Ansatz auch tatsächlich für alle motivierend wäre. Zu oft geht man von seinem eigenen Verhalten aus, das jedoch nicht immer für jedermann animierend ist.

Vielen Dank an Joerg Hofstaetter und Konstantin Migutsch für die Durchführung, Karin Janig für die Fotos und allen Teilnehmerinnen für die rege Beteiligung!

Informationen zum Thema und Termin unseres nächsten Workshops folgen in Kürze.

Digitalista-Umfrage

Wie ist das Berufsleben in der österreichischen Digital-Branche? Das möchte Digitalista, ein Netzwerk für Frauen in der Digital-Branche herausfinden. Gemeinsam mit MindTake hat der Verein deshalb eine Studie zur Situation Österreichs OnlinerInnen gestartet. Die Online-Umfrage dauert maximal fünf Minuten und stellt Fragen zum Berufsfeld, Karrierestatus und Zukunftspläne.  Digitalista möchte dabei ein umfassendes Bild der österreichischen Onlinerinnen und Onliner schaffen, sowohl aus der Angestellten-, ArbeitgeberInnen- als auch aus der Selbstständigen-Sichtweise.


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