Bauchgefühl und Konsequenz – Zutaten für Wendepunkte in Karrieren

by Susanne, 18. April 2015, 0 comments

Helga Bernold, Esther Mitterstieler, Marie Helene Ametsreiter, Digitalista

Vergangenen Mittwoch diskutierten Esther Mitterstieler (News), Helga Bernold (Mitgründerin Wap.at, seit dem Exit Bio-Bäuerin) und Marie-Hélène Ametsreiter (Speedinvest) über Wendepunkte in ihrer Karriere.

Die Zeitpunkte etwas zu verändern kamen bei den drei Frauen aus unterschiedlichen Gründen. Einerseits veränderten Kinder die Sichtweisen und die Frage nach Nachhaltigkeit und Sinn in dem was man tut wurde wichtiger. Andererseits erfüllte die eine ihre Geschäftsführungsposition nicht, während die andere wiederum merkte, dass die Selbstständigkeit eigentlich ganz und gar nicht ihr Ding ist und sie lieber zurück in den Chefsessel wollte. Sie alle sind sich einig, Wendepunkte wird es noch weitere in ihrem Leben geben. Aber das ist auch gut so.

Helga Bernold, Esther Mitterstieler, Marie Helene Ametsreiter, Digitalista

Aus Arbeitgebersicht sagt Mitterstieler, ist ein klassischer Lebenslauf nicht mehr so wichtig. Lebenserfahrung zählt mehr als langjährige berufliche Stationen. Für Ametsreiter ist im Lebenslauf alles erlaubt, solange es eine schlüssige Erklärung gibt.

Im Laufe der Erzählungen fielen sehr oft, die Aussagen man habe Glück gehabt und war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ametsreiter bemerkt dazu, dass derlei Bemerkungen wohl von Männern weniger kommen würden. Mehr Selbstbewusstsein ist also auch durchaus bei Frauen, die schon fast alles erreicht zu haben scheinen, gefragt.

Tipps für die Karriere

Karrieretipp Nummer Eins des Podiums lautet, auf sein Bauchgefühl zu vertrauen. Klingt eine Option rational noch so interessant oder aber riskant, so liegt der Bauch meist richtig. Diese Stimme zu hören und dann auch Chancen ergreifen tut der Karriere gut. Helga Bernold ergänzt, dass es wichtig ist, dass man sich auch aktiv für einen Weg entscheidet und diesen dann auch durchzieht. Weniger suchen, mehr machen also.

Einen Mentor soll man durchaus ruhig aktiv ansprechen, wenn man denkt, dass diese Person einem weiterhelfen kann – sofern man über einen passenden Kontakt verfügt. Wobei Ametsreiter meint, dass es wichtig ist, dass dieser das Business versteht indem man tätig ist, alles andere ist nicht sehr fruchtbar und eher theoretisch. Nur wenn man Kritik eines Mentors dann auch annehmen kann, bringt einen das auch weiter.

Frauen in Führungspositionen raten die drei Diskutantinnen, nicht die besseren Männer sein zu wollen. Das geht meist schief und erfolgreiche Frauen werden ohnehin oft als sehr männlich wahrgenommen aus unterschiedlichen Gründen. Lieber sollte man auf die eigenen Stärken als Frau vertrauen. Schon gar nicht sollte man sich entschuldigen gegenüber Kollegen, dass man eine neue Führungsrolle übertragen bekommen hat – hier sprach man aus eigener Erfahrung. Mitterstieler rät zudem beim Thema Führung, nicht zu versuchen die Probleme der Mitarbeiter selbst lösen zu wollen, sondern den Ball retour zu spielen und dabei zu helfen, dass die Person selbst die Antwort für ihr Anliegen findet. Führung heißt nicht, dass alle glücklich sind und sich wohlfühlen. Die Aufgabe lautet, sicherzustellen, dass alle gut gemeinsam arbeiten. Dann erreicht man auch eine Win-Win-Situation für alle.

Aus Fehlern lernen

Zum Abschluss wurde nach den größten Karrierefehlern des Podiums gefragt. Wenig überraschend wurde hier genannt, nicht auf sein Bauchgefühl gehört zu haben. Außerdem wurde bereut unnötige Kämpfe gekämpft zu haben und nicht geduldig genug gewesen zu sein. Helga Bernold sagte dazu: „Mein größter Fehler war, dass ich geglaubt habt, dass die älteren Herren mehr Ahnung haben als ich.“ Das stellte sich als Fehlannahme heraus und eine bessere Aussage konnten wir uns zum Abschluss der Podiumsdiskussion im Rahmen des zweiten Digitalista Events nicht wünschen.

Fotos vom Event gibt es auf unserer Facebook Fanpage.

Wer selbst sich über Wendepunkte in seiner Karriere Gedanken machen möchte, dem möchten wir unseren nächsten Workshop dazu empfehlen. Details dazu erhalten unsere Mitglieder in Kürze in unserem Newsletter. Wer also noch nicht dabei ist, sollte Mitglied werden!

Digitalista Event Wendepunkte in der Karriere

Hinterlasse einen Kommentar